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"Frenchies" - sind wahre Charmebolzen
Es ist das drin, was draufsteht
Die Französische Bulldogge, liebevoll „Frenchie“ genannt, hat die Herzen der Deutschen im Sturm erobert und das aus gutem Grund.
Diese kleinen, kompakten Hunde sind wahre Charmebolzen. Ihr freundliches, offenes Wesen und ihre Anpassungsfähigkeit machen sie zu idealen Begleitern für das Stadtleben. Sie brauchen keinen ausgedehnten Auslauf und sind auch in kleineren Wohnungen glücklich, solange sie genügend Nähe zu ihren Menschen haben. Sie sind bekannt für ihr lustiges, clownartiges Verhalten, ihre absolute Freundlichkeit und ihre unkomplizierte Art.
All diese Eigenschaften machen sie zum perfekten Familienhund und treuen Sozialpartner, der die Nähe zu seinem Menschen über alles schätzt.
Doch es gibt beim Frenchie auch rassenspezifische Probleme, die vor der Anschaffung bedacht werden sollten.
Rassespezifische Probleme: wenn die Niedlichkeit zur Last wird
Doch gerade die Merkmale, die sie so populär machen – die kurze, flache Schnauze, die großen Augen und der kompakte Körper – bergen erhebliche gesundheitliche Risiken.
Das Brachyzephale Atemwegssyndrom (BOAS)
Dieses Syndrom ist die wohl bekannteste und schwerwiegendste Erkrankung der Rasse. Durch die kurze Schnauze sind die Atemwege eingeengt. Verengte Nasenlöcher, ein zu langes Gaumensegel und eine verengte Luftröhre erschweren das Atmen massiv.
Dies führt zu typischen, lauten Atemgeräuschen, Schnarchen, Kurzatmigkeit und kann im Sommer bereits bei Außentemperaturen um die 20 °C zur lebensbedrohlichen Überhitzung führen. Die beständige Luftnot macht ausgedehnte Spaziergänge oder bewegungsfreudige Spielsequenzen mit Artgenossen schon bei kühleren Temperaturen fast unmöglich und stellt für die betroffenen Tiere auch eine psychische Herausforderung dar. Oft sind chirurgische Eingriffe zur Verbesserung der Atmung nötig.

Besondere Fellfarben und ihre Risiken
Auch die Zucht auf bestimmte Fellfarben birgt erhebliche Risiken für die Gesundheit der Französischen Bulldogge. Farben wie Blau (Blue Line), Silber oder Isabell sind in den letzten Jahren sehr populär geworden. Doch was viele nicht wissen: Diese Farben sind das Ergebnis eines Gendefekts, des sogenannten Dilute-Gens.
Das Dilute-Gen bewirkt, dass die Pigmente im Fell, der Haut und den Augen nicht voll ausgebildet werden, wodurch das Fell grau oder bläulich erscheint. Doch diese Genmutation hat verheerende Folgen für die Gesundheit. Hunde mit dieser Genetik leiden häufig unter Color Dilution Alopecia (CDA), einer genetisch bedingten Hautkrankheit, die zu starkem Juckreiz, Haarausfall und chronischen Hautekzemen führt. Aufgrund der geschädigten Hautbarriere kommt es zudem oft zu wiederkehrenden, bakteriellen Infektionen. Die mangelnde Widerstandsfähigkeit der Haut führt zu einer schlechten Wundheilung. Die Probleme reichen oft über die Haut hinaus. Studien und Erfahrungen zeigen, dass das Dilute-Gen mit weiteren, systemischen Erkrankungen wie Herzproblemen und Immunschwächen in Verbindung gebracht wird. Diese Krankheiten sind unheilbar und verursachen bei den betroffenen Hunden große Qualen. Zusätzlich zu den körperlichen Leiden werden auch Verhaltensauffälligkeiten wie Unkonzentriertheit, Hyperaktivität und Nervosität mit dem Dilute-Gen assoziiert. So kann die Zucht auf eine besondere Fellfarbe nicht nur zu einem kranken, sondern auch zu einem verhaltensgestörten Hund führen. Die ebenfalls beliebte Merle-Färbung kann in ihrer homozygoten Form (Hund besitzt für ein bestimmtes Merkmal zwei identische Allele; reinerbig) bei der Französischen Bulldogge zu Taubheit, Blindheit und Missbildungen führen. Die Zucht auf diese Merkmale gilt als extreme Form der Defektzucht

Kiefer- und Gebissprobleme
Die stark verkürzten Kieferknochen bieten den Zähnen oft nicht genug Platz. Dies führt zu Fehlstellungen, übermäßiger Zahnsteinbildung und frühzeitigem Zahnverlust.
Wirbelsäulenfehlbildungen
Fehlbildungen der Wirbelsäule, wie Keilwirbel, treten bei Französischen Bulldoggen häufig auf. Diese
können Schmerzen, neurologische Ausfälle und in schweren Fällen Lähmungen verursachen. Miteinander verwachsene oder fehlende Schwanzwirbel können zu einer verkürzten oder sogenannten „Korkenzieherrute“ führen. In extremen Fällen kann der Schwanz sogar in die Haut hineinwachsen, was zu Kotabsatzschwierigkeiten und immer wiederkehrenden Entzündungen der Analdrüsen führt
Missverständliche Körpersprache
Die kurze oder gar fehlende Rute erschwert die Körperkommunikation mit Artgenossen. Auch die extremen anatomischen Merkmale im Gesicht (die verkürzte Nase, Faltenbildung und das häufig offene Maul)
führen dazu, dass Artgenossen die Mimik und Körpersignale des Frenchies nur schwer oder falsch deuten
können.
Prophylaxe beginnt beim Züchter
Die beste Prophylaxe bei der Französischen Bulldogge beginnt schon bei der Auswahl des Welpen. Da die meisten Probleme dieser Rasse in der speziellen Anatomie liegen, sollte man sich die Elterntiere genau ansehen. Glücklicherweise gibt es in der Zucht einen wachsenden Trend zu gesünderen Hunden mit längeren Nasen und Ruten. Diese Tiere werden oft als „Retro-Bulldoggen“ oder „Modern French Bulldogs“ bezeichne. Sie entstehen durch gezielte Einkreuzung anderer Rassen, um die rassetypische Kurzköpfigkeit und Atemprobleme zu vermeiden. Das Ziel ist es, freiatmende Nachkommen im sportlicheren und robusteren Typ zu züchten, die den ursprünglichen Gesundheitszustand der Rasse wiederherstellen. Achte beim Besuch des Züchters auf folgende Merkmale:
- Atemwege und Schnauze: Eine längere Schnauze ist ein gutes Zeichen. Sie ermöglicht eine deutlich freiere Atmung und minimiert das Risiko für das Brachyzephale Atemwegssyndrom. Die Nasenlöcher sollten nicht zu eng sein, damit der Hund auch bei leichter Anstrengung noch frei atmen kann.
- Körperbau und Wirbelsäule: Der Körper sollte nicht zu gestaucht sein. Ein gerader Körperbau mit langem Rücken und Beinen reduziert die Neigung zu Wirbelsäulenproblemen.
- Rute: Eine möglichst lange, gerade Rute ist ebenfalls ein wichtiges Indiz. Sie weist auf eine gesunde Wirbelsäulenstruktur hin.
- Fellfarbe und Augen: Meide Fellfarben wie Merle, Blau oder Silber sowie Hunde mit blauen Augen und einem hohen Weißanteil im Kopfbereich. Diese Pigmentierungen sind häufig mit weiteren gesundheitlichen Problemen wie Taubheit, Blindheit oder chronischen Hauterkrankungen verbunden. Greife stattdessen auf die traditionellen Fellfarben wie Braun, Getigert oder Schwarz zurück, die nicht mit den Risiken der Dilute- und Merle-Gene in Verbindung gebracht werden.
Studien
Publikationsserver der Universität Leipzig:
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa-171714
Qualzucht Datenbank:
https://qualzucht-datenbank.eu/merkblatt-hund-rasse-french-bulldog/
Veterinärwissenschaftliches Institut
der Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich:
https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/259332/1/259332.pdf
Die Französische Bulldogge: viel Charme in kleinem Körper