Ratgeber: Hund adoptieren
Hunde aus dem Tierschutz adoptieren, Eingewöhnung

Hunde aus dem Tierschutz adoptieren

Wer einen Hund aus dem Tierschutz adoptieren möchte (egal, ob innerhalb Deutschlands oder aus dem Ausland), sollte sich an einen seriösen Tierschutzverein wenden. Hunde, die über eine Tierschutzorganisation vermittelt werden, sind auf bestehende Krankheiten untersucht und ggf. behandelt worden. Sie sind geimpft, parasitenfrei, haben einen EU-Ausweis sowie einen Kennungs-Chip und sind in den allermeisten Fällen bereits kastriert. Dies sind wichtige Voraussetzungen, um für Mensch und Tier einen guten Start ins neue, gemeinsame Leben zu ermöglichen.

Eingewöhnung im neuen Zuhause – die ersten Wochen

Bevor der Hund aus dem Tierschutz im neuen Zuhause ankommt, vergehen häufig einige Wochen der Vorbereitung. Im Vorfeld wird seitens der Tierschutzorganisation, die den Hund vermittelt, genau geprüft, ob der Hund und seine potentielle neue Familie auch gut zueinander passen. Detaillierte Vorgespräche sollen sicherstellen: Hier passt das Deckelchen zum Topf und umgekehrt.

Ist es dann endlich soweit, sollte der erste Tag im neuen Zuhause vor allem eines bieten: Ruhe. Bereits vorhandene Hunde und alle Familienmitglieder lernen sich am besten während eines gemeinsamen Spaziergangs kennen. Dabei ist darauf zu achten, den Tierschutz-Hund ausreichend (doppelt) zu sichern: einmal am Geschirr und einmal am Halsband. Für große, kräftige Hunde bietet sich die Sicherung am Bauchgurt an, damit der erste Spaziergang entspannt verläuft.

Je nachdem, welche Erfahrungen der Hund in seinem bisherigen Leben machen konnte, kennt er unter Umständen ein Zusammenleben mit seinen Menschen im Haus noch nicht. Unter Umständen muss die Stubenreinheit eingeübt werden. Es ist daher wichtig, den Hund ruhig an unbekannte Situationen heranzuführen. Ohne Druck, durch ruhiges Wiederholen und positives Verknüpfen lernen Hunde mit ungewohnten Situationen umzugehen. Dabei sollte der normale Tagesablauf beibehalten werden, um zügig eine Alltagsroutine zu entwickeln. Hunde sind Gewohnheitstiere, immer gleiche Abläufe geben ihnen Sicherheit. Zeit und Geduld sind zu Beginn der neuen Mensch-Tier-Beziehung die wichtigsten Faktoren.

Innerhalb der ersten Wochen können sich die Tiere vom Verhalten her verändern (positiv und negativ). Schüchterne Angsthasen werden vielleicht plötzlich mutig und  entwickeln sich zu echten Draufgängern. Innerhalb einer bestehenden Hundegruppe muss unter Umständen die Rangordnung neu sortiert werden. In einigen Fällen ist es ratsam, frühzeitig einen Verhaltenstrainer hinzuzuziehen.

Blüten-Essenzen können bei der Eingewöhnung helfen. Cherry Plum, Gentian, oder Walnut werden einfach auf das Hundebettchen gesprüht oder ins Fell des Hundes eingestreichelt. Mache Hunde lecken die Essenzen auch gerne von der Hand ab. Ähnlich in der Anwendung und Wirkung werden Pflanzenhydrolate verwendet. Lavendel, Weihrauch oder Atlas-Zeder erden und schenken Zuversicht und Selbstsicherheit.

Gesundheits-Check-Up

Wie bereits zu Anfang erwähnt, sind Hunde, die von Tierschutzvereinen vermittelt werden, in der Regel gut auf ihr neues Leben vorbereitet. Sie kommen frei von äußeren und inneren Parasiten in ihrem neuen Zuhause an. In einigen Fällen kommt man jedoch an einem Bad nicht vorbei. Sollte der Tierschutz-Hund sich auffällig häufig kratzen oder besteht Durchfall,veranlassen Sie bitte zügig eine Untersuchung beim Tierarzt auf Parasiten (Flöhe, Milben, Würmer, Giardien). Falls der Hund aus dem südlichen Ausland stammt, sollte ein Test auf Mittelmeerkrankheiten (Leishmaniose, Dirofilariose, Babesiose, Ehrlichiose, Borreliose) vorliegen.

Der Gesundheitszustand der Tiere wird sich in den ersten Wochen – genau wie das Verhalten – verändern. Manche Hunde kommen mit einigen gesundheitlichen Baustellen an und werden sich im besten Fall zügig erholen. Andere Hunde können sich erst jetzt in die Krankheit „hineinentspannen“ und Symptome zulassen.

Für alle Tiere bedeuten veränderte Lebensumstände Stress (auch positiver “Eustress” ist Stress). Darunter können das Immunsystem und die Verdauung leiden. Bei leichten Beschwerden gibt man dem Tier einfach Zeit. Bei anhaltenden Durchfällen sollte man zeitnah einen Tierarzt konsultieren und eine Laboranalyse veranlassen.

Futterumstellung

Das Futter, das im Tierschutz eingesetzt wird, erfüllt meist zwei Kriterien: es ist sättigend und einfach zu lagern. Häufig wechseln die Futtersorten, die Qualität ist daher schwankend. Kommt der Hund  im neuen Zuhause an, empfiehlt sich zunächst die Fütterung mit einem Trockenfutter. Bei der Produktion von Trocken- und Nassfutter ist temperaturbedingt mit Vitamin- und Enzymverlusten zu rechnen. Diese müssen durch Beifütterung frischer Zutaten oder Nahrungsergänzungen wieder zugefügt werden. Auch die Zugabe eines hochwertigen Pflanzenöls ist sinnvoll. Trockenfutter wird vor der Fütterung gut gewässert.

Möchten Sie Ihren Schützling auf ein Nassfutter, Kochrationen oder BARF umstellen, sollte dies nur bei stabiler Verdauung geschehen. Der Hund sollte sich vor der Futterumstellung bereits gut in sein neues Leben eingefunden haben.

Die anteilige Verteilung der tierischen Lebensmittel zu pflanzlichen Lebensmitteln ist wie beim Trockenfutter zu gestalten (mindestens 40% pflanzlicher Anteil). Bei allen Fütterungsarten (außer BARF) werden frische Zutaten wie Gemüse, Obst und Kräuter ergänzt.

Ängstlichkeit und Stressanfälligkeit

Stress ist eine nützliche und natürliche Reaktion des Nervensystems auf eine gefährliche Situation (egal, ob diese Gefahr real oder fiktiv ist). Schädlich wird Stress nur dann, wenn auf aktive, stressbeladene Situationen keine Ruhephasen folgen, in denen der Hund entspannen und das Erlebte verarbeiten kann. Stresshormone müssen im Körper abgebaut werden, gesteigerte Körperfunktionen müssen sich regulieren können. Die Energie, die während einer Stressreaktion hauptsächlich der Muskulatur zugeführt wird, fehlt auf lange Sicht in Organen wie Haut und Verdauungstrakt. Im Tierschutz fehlen die Ruhephasen häufig, weshalb die Anfälligkeit für diverse Erkrankungen steigt.

​​Reaktion bei Angst und Stress

Die Reaktionen, die ein Hund zeigt, wenn er mit einer für ihn stressigen Situation konfrontiert ist, sind individuell sehr unterschiedlich und fallen je nach Charakter des Tieres ganz verschieden aus.

Kampf oder Flucht? – aktive Angst 

  • Ungeduld, Hyperaktivität, Überreiztheit

  • Aggressivität, Zerstörungswut

  • stereotype Verhaltensweisen

  • vermehrtes Bellen oder Knurren

  • versteifte Körperhaltung, erhöhter Muskeltonus

Kampf oder Flucht? – passive Angst 

  • Rückzug

  • Unsicherheit, häufiges Beschwichtigen

  • Übersprungshandlungen

  • vermehrtes Winseln oder Hecheln

  • unkontrollierte Entleerung von Blase, Darm oder Analdrüsen

  • Körpersprache: geduckte Körperhaltung, 

  • Ohren nach hinten/unten, Rute eingezogen, Zittern, 

  • aufgerissene Augen, häufiges Schnauz belecken, 

  • Schuppenbildung, Haarausfall, Schütteln



Hunde, die große Angst empfinden, sind in ihrer Wahrnehmung, sowie in ihrer Reaktions- und Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt. Wie gefangen in ihrer Angst, sind sie häufig unfähig, überlegt und reflektiert zu handeln. 

In Kombination mit angepasstem Training für Mensch und Hund können Nahrungsergänzungsmittel (bspw. RELAX Vital  von PROVICELL) helfen, den Hund auf ein Stresslevel zu bringen, auf dem er wieder ansprechbar, reaktionsfähig und aufnahmebereit für die Unterstützung des Besitzers ist. 

Wer mit einem ängstlichen, stressempfindlichen Hund zusammenlebt, muss viel Geduld und Verständnis für das Tier aufbringen. Ebenso muss man lernen zu akzeptieren, dass es Hunde gibt, denen man die Ängstlichkeit und niedrige Stresstoleranz nicht völlig nehmen kann und seinen Alltag entsprechend anpassen.

Durchfallerkrankungen

Durchfall ist ein Krankheitssymptom und kann vielseitige endogene und exogene Ursachen haben. Dauert der Durchfall länger als drei Tage an, sollte ein Tiertherapeut hinzugezogen werden. Aufgrund der vielen möglichen zugrunde liegenden Ursachen, ist es sehr wichtig, eine zielführende Differentialdiagnostik (inkl. Laboranalytik) zu betreiben. Je nach Ursache ist die erfolgversprechende Therapie individuell angepasst zu wählen.

Intoxikation, Detoxifikation

Insbesondere Hunde, die aus dem Ausland nach Deutschland transportiert werden, haben u.U. innerhalb kürzester Zeit Impfungen, Spot-on und Wurmkur erhalten. Häufig sind sie auch kastriert worden (inkl. Antibiose und Schmerzmittel). Entsprechend sind der Zellstoffwechsel und die Leber (und evtl. auch der Darm) belastet. 

Symptome einer Belastung des Organismus

  • Allergien

  • Juckreiz

  • Entzündungen der Haut und der sekundären Entgiftungswege (Ohren, Analdrüsen, Augen)

  • schlechter Körpergeruch, Maulgeruch

  • stumpfes, fettiges Fell

  • Erbrechen, Durchfall

  • Müdigkeit

  • Schädigung des Nervensystems (Epilepsie, Koordinations-Störungen)

  • Bildung von Warzen, Lipomen und vergrößerten Talgdrüsen

  • gestörter Zell-Stoffwechsel >> begünstigt Tumorerkrankungen

  • Gelenkerkrankungen

Es lohnt sich daher, das Tier zu entgiften. PROVICELL bietet mit dem Produkt Sanatox Therapura   eine gute Möglichkeit. 

Fazit

Jeder Hund aus dem Tierschutz bringt seine eigene Vorgeschichte mit, die ihn zu etwas ganz Besonderem macht. Für ihre Besitzer sind diese Hunde Aufgabe und Geschenk zugleich. Mit der richtigen Unterstützung finden sich Tierschutz-Hunde schnell in ihr neues Leben ein und zeigen in einem hohen Maß Dankbarkeit und Lebensfreude.














Hier schreiben …

in Blog
Mitochondrien